Kreistagsfraktionssitzung in Waidhaus

Kreistagsfraktion

IHK Geschäftsführer Florian Rieder zu Gast

Die Wirtschaftsregion im Landkreis Neustadt beleuchtete die SPD Kreistagsfraktion bei der Sitzung im Waidhauser Rathaus. Mit Florian Rieder, dem Geschäftsführer der IHK Regensburg, Geschäftsstelle Nordoberpfalz hatten die Kreisrätinnen und Kreisräte einen kompetenten Gesprächspartner eingeladen. Rieder zeichnete ein durchaus positives Bild der Wirtschaftsregion bei der SPD Kreistagsfraktion. Die Nordoberpfalz sei besser als man denke.

Rieder hielt für die Region der Nordoberpfalz rund 210.000 Einwohner fest und eine Zahl von 79.000 Beschäftigten sowie 2.315 Ausbildungsverhältnisse in 14.000 IHK zugehörigen Unternehmen. Das erreichte Bruttoinlandsprodukt „BIP“ stellte er mit 7 Milliarden Euro fest und der Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab konnte in den Jahren von 2004 bis 2015 ein überdurchschnittliches Wachstum mit 3,7 % festhalten und stelle auch keine Krisenregion dar.

Das produzierende Gewerbe gehe in der Stadt Weiden zurück vermerkte Rieder und die ganze Region habe durchaus eine positive Entwicklung nach einem Strukturwandel in den letzten 10 Jahren genommen. Die Wirtschaftsregion Neustadt, Tirschenreuth und Weiden müsse gemeinsam gesehen werden, so sein Apell. Gute Arbeitslosenzahlen und eine gute Konjunktur ließen die Beschäftigtenzahlen im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab auf rund 28.700 ansteigen.

Sein Fazit: „Der Landkreis und die Nordoberpfalz ist besser sei als man denkt“. Rieder sieht die Herausforderung in einem Regionalprofil und in einem Schulterschluss aller Gremien in den Kommunen. Auch der Landkreis Neustadt brauche ein klares Ziel: Da wollen wir hin – ein komplettes Leitbild für die Region.

Einen Appell richtete der Fachmann an die berufliche Qualifizierung. „15.000 qualifizierte Fachkräfte aus den technischen Bereichen werden 2020 fehlen“, so seine Feststellung.

In der anschließenden breiten Diskussion brachte MdL Annette Karl die Frage nach älteren Arbeitnehmern und längerem freiwilligen Arbeiten ein. Auch Dr. Karl-Heinz Preißer hegte Zweifel an den Feststellungen von Prognosen und den zukünftigen Zahlen und Entwicklungen. Er wiederholte seine Forderung, dass der Ausschuss  des Landkreises für Wirtschaft, Tourismus und Ost-West-Entwicklung mehr als nur zweimal jährlich tagen müsse und auch aktiver am Standort des Landkreises arbeiten müsse.

Natürlich sei auch nicht alles ein Zustand wie kurz vor dem Paradies, wollte MdL Annette Karl aber auch festhalten. So habe sich die Einkommensschere nicht geschlossen, ein gemeinsamer wirtschaftlicher Blick für die Region sei durchaus zu erkennen, aber die Gebietskörperschaften seien noch nicht so weit, über ihren Schatten zu springen.

Dass die Praxis sich durchaus als nicht so einfach darstellt, gestand der Referent ein. Das Handwerk habe leider nicht so viel Zulauf, so Bürgermeister Ernst Schicketanz. Trotzdem bestehe die Möglichkeit sich vom „Stift“ bis zum Prokuristen hochzuarbeiten.

Die Frage nach einem „Grundeinkommen“ sah Rieder sehr kritisch.

Wie könne ein Zuzug für die Region erreicht werden brachte Bürgermeister Reiner Gäbl in die Diskussion ein. „Es muss eine Begeisterung für die Region geben und erreicht werden“, so das Fazit der SPD Kreistagsfraktion.

 

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